Eine Modellsiedlung in Füssen für eine lebenswerte Zukunft

Ein etwas anderes, innovatives Siedlungsgebiet will die ÖDP Füssen-Altlandkreis mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Harald Vauk auf dem Areal des ehemaligen Allgäuer Dorfes im Norden von Füssen entwickeln. Seine Überlegungen erläutert er am Freitag, 27.09. um 20 Uhr auf der Nominierungsversammlung des Bürgermeisterkandidaten der ÖDP im Haus der Gebirgsjäger.

Auf den städtischen Flächen in Füssen Nord sollten "mehrere Fliegen mit einem Streich" erledigt werden, erläutert der Bürgermeisterkandidat der ÖDP Harald Vauk. Arbeitsplätze für Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit den umliegenden Hochschulen und Universitäten schaffen, Qualifikations- und Wohnmöglichkeiten für Mitarbeiter aus dem Tourismusbereich, eine Infrastruktur, die den Anforderungen der kommenden Generationen, im Besonderen den Bedürfnissen junger Familien und älteren Mitbürgern mit kleinem Geldbeutel gerecht wird sowie ein zukunftsorientiertes Boden-, Verkehrs-, und Energiemanagement stehen im Mittelpunkt. Um diese hoch gesteckten Herausforderungen meistern zu können, hat das Team um Harald Vauk Kontakt zu mehreren Universitäten sowie zum Kompetenzzentrum Demographie Oberfranken aufgenommen.

Gemeinschaftlich organisiertes Wohnen von Jung bis Alt, soll sich in der Modellsiedlung Füssen Nord ergänzen und durch gemeinnützige Zielsetzungen besonders gefördert werden. Dabei geht es Harald Vauk nicht um Mehrgenerationen-Wohnanlagen im herkömmlichen Sinne, sondern darum, das Zusammenleben nachhaltig im gemeinschaftlichen Miteinander so zu organisieren, dass die Bürger sich gegenseitig von der Geburt bis ins hohe Alter gegenseitig unterstützen können. Denn, davon ist Harald Vauk überzeugt, die Kommunen und die Gesellschaft werden sich auf Dauer die bisherigen Formen der Alters- und Daseinsfürsorge durch private Vorsorge und die öffentliche Hand nicht mehr im gleichen Umfang wie gewohnt leisten können.

Zu einem vernünftigen Mix von Wohnen, Freizeit und Arbeit, der sich gegenseitig ergänzt, gehören eine angemessene Nahversorgung, Geschäfte des täglichen Bedarfs, Freizeit- und Bildungsangebote sowie Dienstleistungen. Existenzgründern von Start-Ups bzw. Spin-Off-Betrieben der nahen Universitäten und Hochschulen soll eine berufliche Startmöglichkeit, kombiniert mit modernem Wohnen geboten werden. Temporäre Wohnmöglichkeiten für Beschäftigte der umliegenden Unternehmen, der Gastronomie und der Bundeswehr könnten hier eingeplant werden. Ob und inwieweit sich für die örtliche Gastronomie und Hotellerie die Möglichkeit ergibt, Personal aus entfernteren Regionen zu schulen und qualifizieren, wird ebenfalls geprüft.

Eigentlich würde Harald Vauk lieber auf Innen- bzw. Nachverdichtung in der Stadt setzen, anstatt mit Neubauten auf der grünen Wiese weitere Natur zu überbauen. Es gibt in Füssen dafür genügend Baulücken, auf denen gebaut und zusätzlicher, auch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden könnte, doch stehen diese Grundstücke fast ausschließlich im Privatbesitz. Leider ließe sich seine Vorstellung von gemeinschaftlich organisiertem Wohnen und Leben wegen der geringen Größen und der gewachsenen Strukturen nur unter sehr erschwerten Voraussetzungen realisieren. Das Areal des ehemaligen Allgäuer Dorfes hingegen biete hierfür jedoch das entsprechende Potential. Vor allem dann, so Harald Vauk weiter, wenn die noch im Privatbesitz stehenden Grundstücke auch erworben werden könnten.

Neben gemeinschaftlichem Wohnen ist Harald Vauk vor allem das Prinzip der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit wichtig, das sich für ihn vor allem auch in Bodenfragen, Baubiologie, Ressourcenverbrauch und Energieeinsparung zeigt. Dazu zählen nicht nur die naturnahe Gestaltung des Areals, sondern vor allem die Verwendung von regenerativen Baustoffen und die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen, wie Räume, Werkzeuge und Fahrzeuge. Vor allem im Wohngebiet wünscht er sich so wenig motorisierten Verkehr wie möglich.

Über ein, für alle Bedürfnisse optimiertes Entwicklungs- bzw. Erschließungsmodell will Harald Vauk die oft übliche Spekulation mit Grund und Boden in diesem neuen Gebiet verhindern. Dazu kann er sich eine stiftungsähnliche Organisation des neuen Siedlungsgebietes vorstellen, die ihrerseits die Grundstücke, evtl. im Erbbaurecht, für Bauwillige bzw. Unternehmer und Betriebe zur Verfügung stellt. Er denke hierbei mehrschichtig: Vorstellbar wäre sowohl eine neue Bürgerstiftung eigens hierfür ins Leben zu rufen, wie auch bestehende Stiftungen einzubinden, die sich solchen Zwecken verschrieben haben. In anderen Kommunen, wie z. B. Metzingen, so Harald Vauk weiter, wird dies bereits mit der Stiftung TRIAS erfolgreich praktiziert. Da dieses Areal beste Perspektiven für ein modernes, zukunftsfähiges Siedlungsgebiet bietet, plädiert Harald Vauk für eine möglichst frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung. Die Füssener Bürger sollen von Beginn an in die transparenten Entscheidungsprozesse eingebunden werden und mit entscheiden können, wie sie sich ihren neuen Stadtteil vorstellen. Erst danach solle durch einen entsprechenden Planungswettbewerb die Grundlage für die künftige Bauleitplanung und die weitere Entwicklung erarbeitet werden.


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